So bleiben Magen und Darm auf Reisen gesund

Magen- und Darmbeschwerden gehören zu den häufigsten unangenehmen Begleiterscheinungen einer Reise. Fremdes Klima, ungewohnte Kost oder mangelnde Hygiene am Urlaubsort können die Ursachen dafür sein. Aber auch wer „nur“ an den Nordseestrand oder in die Alpen fährt, ist vor Verdauungsproblemen nicht gefeit. Grund: Magen und Darm sind Gewohnheitstiere. Schon kleine Änderungen des Tagesablaufs oder der Ernährungsgewohnheiten können unseren Verdauungstrakt durcheinander bringen. Wir haben die besten Tipps zur Behandlung und Vorbeugung für Sie zusammengestellt:

Durchfall: Eine Reisediarrhoe ist die häufigste Krankheit von Urlaubern in südlichen Ländern. Auslöser sind meist bestimmte Stämme der Bakterien E.-coli und Campylobacter.

Behandlung: Versuchen Sie, weiterhin leichte Kost zu essen, damit der Körper durch Nahrungsentzug nicht zusätzlich geschwächt wird. Wichtig ist außerdem, die verloren gegangene Flüssigkeit zu ersetzen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt bei starken Durchfällen 4 nicht gehäufte TL Trauben- oder Rohrzucker, ¾ TL Tafelsalz und 1 TL Backpulver auf 1 Tasse Orangensaft (oder 2 Bananen). Als Medikamente eignen sich schnell wirksame Motilitätshemmer (hemmen die Darmbewegung, z. B. Loperamid) oder Hefepräparate (z. B. Beutel mit Saccaromyces boulardii), die sich auch zur Vorbeugung eignen. Bei länger als eine Woche andauernden Beschwerden sowie bei Fieber oder Blut im Stuhl unbedingt den Arzt aufsuchen.

Vorbeugung: Besonders in Ländern mit mangelndem Hygienestandard gilt nach wie vor: „Koch‘ es, schäl‘ es, brat‘ es oder vergiss‘ es“. Außerdem sollte man Salate und andere Rohkost, Speiseeis sowie nicht abgekochte Milch meiden. Gleiches gilt für Leitungswasser und Eiswürfel. Vorsicht auch mit lauwarm servierten Gerichten. Im Zweifelsfall lieber à la carte speisen, als sich vom Büffet zu bedienen. Fragen Sie vor der Reise den Arzt, ob in Ihrem Fall Medikamente zur Vorbeugung sinnvoll sind.

Verstopfung: Ernährungsumstellung, die Aufregung der Reise, ein ungewohnter Zeitrhythmus oder hygienische Bedenken können Gründe für die zeitweilige Verstopfung sein – unabhängig vom Reiseziel.

Behandlung: Oft hilft es schon, mehr Flüssigkeit und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Vorsicht jedoch vor Obst, Salat und rohem Gemüse in exotischen Ländern. Lieber Weizenkleie, Leinsamen oder Quellmittel wie Pektin oder indische Flohsamenschalen einnehmen (schon zu Hause besorgen). Auch etwas Sport wirkt oft wahre Wunder.

Vorbeugung: Wenn Sie zu Verstopfung und Blähungen neigen: Bewegen Sie sich schon auf der Reise möglichst viel. Besonders auf Flügen gilt: Viel trinken (100 ml pro Stunde), am besten stilles Mineralwasser, Saft oder Tee. Unbedingt meiden sollten Sie schweres Essen.

Bei schwerem Durchfall auf Salzstangen und Cola verzichten

Salzstangen und Cola gelten als bewährte Hausmittel. Doch Vorsicht: Bei schweren Durchfällen, die länger als drei Tage lang anhalten, sollte man hierauf besser verzichten. Grund: Die starken Wasser- und Elektrolytverlus-te, die im schlimmsten Fall Organschäden und Herzversagen verursachen, können durch Salzstangen und Cola nicht ausgeglichen werden. Im Gegenteil: Koffein kann sogar zusätzlich reizend und austrocknend wirken. In diesen Fällen raten Mediziner stattdessen zu speziellen Mitteln, die Elektrolyte und Glukose enthalten (in Apotheken erhältlich).